Konfliktseminar
Zielgruppe:
Das Konfliktseminar ist für Schüler*innen von Werkreal -, Gemeinschafts - und Föderschulen ab Klasse 7 und deren Lehrer*innen. Das Seminar findet für eine Klassengemeinschaft statt. Es beruht nicht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit, sondern ist verpflichtend für alle.
Ziele des Konfliktseminars:
Konflikte und Auseinandersetzungen sollen und können nicht generell vermieden werden. Konflikte begegnen den Schüler*innen täglich. Sie sollen die Möglichkeit erhalten durch gezielte Übungen ihre Konfliktlösungsstrategien und eine vernünftige Streitkultur zu entwickeln.
- Klimaveränderung in der Klasse
- Sensibilisierung für ihr Konfliktverhalten
- Handlungsalternativen aufzeigen
- Meinungsaustausch fördern und fordern
- Kommunikation fördern
Ort:
Das Konfliktseminar findet nicht in der Schule, sondern im Katholischen Jugendhaus statt. Störungen des normalen Schulalltages, wie das Pausenklingeln, Rennen auf dem Flur usw. sind damit ausgeschaltet. Außerdem durchbricht bereits ein Ortswechsel das gewohnte Rollenverhalten in der Klasse. Ein anderer Kontext setzt damit bereits das Signal: Hier geht es um Veränderung!
Dauer:
Das Seminar findet an 3 hintereinander folgenden Schulvormittagen von 08.30 – 12.30 Uhr statt.
Lehrerrolle:
Die Position der Lehrer*innen ist die der teilnehmenden Beobachter*innen. Sie haben keine Verantwortung für den Ablauf und die Ordnung während der Seminartage und sollen unangemessenes Verhalten von Schüler*innen nicht sanktionieren. Der Rollenwechsel ermöglicht den Lehrkräften eine andere Wahrnehmung der Probleme und Anliegen ihrer Schüler*innen. Das unterstützt sie dabei, das Thema Konflikte mit ihrer Klasse neu und anders weiter zu bearbeiten.
Die konfrontative Pädagogik und ihre Grundhaltung:
Die Karlsruher Konfliktseminare basieren auf der Grundhaltung der konfrontativen Pädagogik. In Erweiterung zur "verstehenden" Pädagogik werden mit den Schüler*innen Verhaltensänderungen erarbeitet und eingeübt. Grundlage dafür ist die konsequente Konfrontation der Schüler*innen mit jeglichem destruktiven Verhalten, Regelbrüchen usw. Die Seminarleitung benennt Verstöße, spiegelt Handlungen zurück und fordert dazu auf Verhalten, Absicht und Hintergrund zu erklären. Wichtig hierbei: Nicht die Person der*des Jugendlichen wird in Frage gestellt, sondern sein Verhalten. Diese grundsätzliche Akzeptanz der*des Jugendlichen bildet die Basis einer tragfähigen, konstruktiven Beziehung zwischen ihr*ihm auf der einen und der*dem Erwachsenen auf der anderen Seite.
